VITKAC X NATIONALMUSEUM WARSCHAU
D.H. VITKAC ist ein Ort, der nicht nur mit sorgfältig kuratierter Mode, sondern auch mit Pioniergeist und Kunst assoziiert wird.
Der Name des Kaufhauses wurde zu Ehren des exzentrischsten unter den polnischen Künstlern gewählt, Stanisław Ignacy Witkiewicz, der
einen Teil seines Lebens in der Bracka-Straße 23 wohnte. Sein Schaffen wurde zur Inspiration für eine auf dem polnischen Markt außergewöhnliche Zusammenarbeit –
VITKAC x Nationalmuseum Warschau.
Die noch bis zum 9. Oktober im Warschauer Nationalmuseum präsentierte Ausstellung Witkacy. Seismograph einer beschleunigten Epoche umfasst über 500 Werke
von Stanisław Ignacy Witkiewicz, einem der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts. Die Sammlung von Gemälden, Zeichnungen, Pastellen und Fotografien ermöglicht ein
neues, umfassenderes Verständnis und eine tiefere Interpretation des von Geheimnissen umwobenen Werks des Künstlers. Diese einzigartige Zugänglichkeit der Werke wurde zum Ausgangspunkt
für die Initiierung eines Projekts in Zusammenarbeit mit dem Museum, bei dem wir bestrebt waren, die Situationen, Emotionen und Erscheinungen der Protagonisten aus Stanisław Ignacy Witkiewicz’ Werken auf unsere Models zu übertragen. Die Ergebnisse dieser Zusammenarbeit sind im Rahmen eines Fotoshootings
sowie in einem Video zu bestaunen.
Die erste Aufnahme zeigt eine Szene, in der die Models
im Stil der Protagonisten des Doppelporträts
von Helena Lisińska und Jan Gadomski
aus dem Jahr 1939 gestylt wurden. Einen ähnlichen Charakter erhält
das zweite Foto, das uns in eines der vielen
auf der Ausstellung präsentierten Porträts von Leon Reynel versetzt.
Die Werke von Witkiewicz sind zugleich eine einzigartige Dokumentation der Alltagsmode der Zwischenkriegszeit. Auf den Porträts lassen sich
vor allem weiße Seiden- oder Baumwollblusen mit Kragen, Sommerkleider und geometrische Muster sowie Herrenanzüge und
Oberbekleidung erkennen. In dieser Richtung präsentiert VITKAC in seiner Interpretation von Witkiewiczs Werken stilvolle Looks im Geist
der 1920er und 1930er Jahre, kreiert auf Basis der Kollektionen der besten Designer für die Herbst/Winter-Saison 2022, die im D.H. VITKAC
sowie auf vitkac.com erhältlich sind.
„Witkacy liebte die Kunst und er liebte Frauen“.
[Quelle: Portal Niezła Sztuka]
Deshalb – im Gegensatz zur Zurückhaltung von Jadwiga Witkiewiczowa, der Ehefrau des Künstlers – schleicht auf humoristische Weise unter dem Gemälde aus den Sammlungen der Pommerschen Bibliothek in Stettin eine Frau im avantgardistischen, farbenfrohen Pelz vorbei.
Der Künstler war schon immer von der äußeren Erscheinung
und Persönlichkeit der Frau fasziniert. Die metaphorische Vielschichtigkeit seiner Protagonistinnen
lässt sich in einem der Bildausschnitte erkennen.
In der nächsten AufnahmePorträt von Julian Tuwim agierte er wie eine „echte Persönlichkeit“,
und schuf eine enge Beziehung zum Model.
Nicht ohne Grund wurde eine emotionsgeladene Porträtserie Teil der Session. „Witkacy ließ sich sehr gerne fotografieren und machte verschiedene Grimassen“. [Quelle: Portal Niezła Sztuka]. Der Künstler erstellte seine Werke gelegentlich während Drogensitzungen.
Wie er selbst zugab, ermöglichten ihm manchmal intensivierte visuelle Erfahrungen, seine besten Werke zu schaffen. Diese Tatsache wurde zum Ausgangspunkt für das Video, das stellenweise einen psychedelischen Charakter annimmt.